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Sichere Stromversorgung: die Rolle der Verteilnetze

Die Netzleitstelle in Chalais ist ein veritabler „Kontrollturm“ für die Stromversorgung im Wallis und sorgt für eine permanente Überwachung sowie präzise Regulierung der Stromflüsse. FOTO: © FMV/SÉBASTIEN MORET

Drohende Stromknappheit, Vermeidung von Blackouts, Entwicklung der Stromproduktion und des Verbrauchs - all diese Herausforderungen müssen bewältigt werden, um das Gleichgewicht der Verteilnetze und die sichere Verteilung von Strom zu gewährleisten. Der CEO der FMV SA und Präsident der Valgrid SA erklärt.

Die Versorgungssicherheit gewährleisten bedeutet, dass jederzeit Strom zur Befriedigung der Nachfrage zur Verfügung steht, ohne dabei die Stabilität des Stromnetzes zu gefährden“, so Stéphane Maret, CEO der FMV SA und Präsident der Valgrid AG. Für die Sicherheit der Verteilung sind die Betreiber der „Stromstrassen“ verantwortlich, die das Gleichgewicht des Netzes gewährleisten. In der Schweiz werden diese Verteilnetze auf verschiedenen Spannungsebenen betrieben und transportieren den Strom zu den Verbrauchern (siehe Abbildung). Das Walliser Hochspannungsverteilnetz (65 kV) wird seit Kurzem von Valgrid aus einer Hand geführt (siehe Kasten). Diese einheitliche Steuerung wird die Sicherheit weiter erhöhen. Das Herzstück des Systems ist die Netzleitstelle in Chalais. Als veritabler «Kontrollturm» und neuralgisches Zentrum der Stromversorgung im Wallis überwacht und reguliert sie permanent und präzise die Stromflüsse.

Gefahr von Versorgungsengpässen in diesem Winter, aber kein Blackout

Ein Ungleichgewicht zwischen Stromangebot und - nachfrage hat unmittelbare Auswirkungen auf das Verteilnetz. Wenn mehr Strom entnommen als eingespeist wird, sinkt die Frequenz. Sinkt sie zu stark, ist das Gleichgewicht gestört und das Netz bricht kaskadenartig zusammen. Das ist der gefürchtete - und in der Schweiz noch nie dagewesene - Blackout. Konkret bedeutet dies, dass Haushalte und Unternehmen nicht mehr mit Strom versorgt werden können.

Um dieses Szenario zu verhindern, muss die Nachfrage gesenkt werden, wenn das Angebot nicht erhöht werden kann. Aufgrund des internationalen Umfelds werden die Stromimporte in diesem Winter tiefer ausfallen. Die Schweiz ist für einen Teil ihres Winterverbrauchs jedoch auf diese Stromimporte angewiesen. Es besteht also die Gefahr einer Stromknappheit, da die Stromerzeugung und die Stromimporte vielleicht nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken. Wichtig zu wissen ist, dass es sich hierbei um eine sogenannte Strommangellage handelt, und nicht um einen Blackout. Ein Blackout wird durch Ergreifung schrittweiser Massnahmen vermieden, die die Netzbetreiber auf Anweisung des Bundesrates ergreifen, um die Nachfrage zu senken (Energiesparmassnahmen, Verbot der Nutzung von Geräten mit hohem Stromverbrauch, Kontingentierung und Lastabwürfe), wobei die Auswirkungen auf die Verbraucher und die Wirtschaft so gering wie möglich gehalten werden. Wohlgemerkt betrifft das Risiko einer Knappheit die gesamte Schweiz, auch das Wallis, und dies trotz des Überschusses der lokalen Produktion im Vergleich zum Verbrauch. Diese Tatsache ist auf den Verbund der Netze in der Schweiz und in Europa zurückzuführen.

Immer intelligentere Netze

Weitere Herausforderungen für die Netzbetreiber ergeben sich im Zusammenhang mit der Energiewende. Diese führt zu einer Vervielfachung der erneuerbaren Energiequellen. Deren Integration gestaltet die Bewirtschaftung der Netze komplexer und macht die Einführung von «Smartgrids» (oder intelligenten Netzen) erforderlich. Denn im Gegensatz zu nuklearen oder fossilen Energieträgern fällt die Stromerzeugung aus Photovoltaik oder Windkraft unregelmässig an. Daher müssen Produktionsspitzen abgefangen oder Defizite durch Echtzeitmassnahmen ausgeglichen werden, um das Gleichgewicht zwischen dem von den Kraftwerken in die Netze eingespeisten und dem von den Verbrauchern entnommenen Strom kontinuierlich aufrechtzuerhalten. Mit Blick darauf wird die kürzlich erfolgte Inbetriebnahme des Pumpspeicherkraftwerks Nant de Drance zur Stabilität der nationalen und internationalen Netze beitragen.

Die Netzbetreiber bereiten sich auch auf die Revolution der Elektromobilität vor. In Kürze werden Zehntausende von Batterien an die Netze angeschlossen. Diese zahlreichen dezentralen Auswirkungen müssen ausgeglichen werden, insbesondere durch die Fernsteuerung der Lade- und Entladevorgänge der Autos, die als jeweils kleine Speichereinheiten im Einklang mit der Solarproduktion stehen können“, fügt Stéphane Maret hinzu. Diese Zukunftsmusik will Valgrid ohne falsche Töne orchestrieren.

Die Vereinheitlichtung des Walliser Stromnetzes wird die sichereit erhören

Das Hochspannungsnetz (65 kV) im Wallis wurde vereinheitlicht. Die Valgrid AG, ein Zusammenschluss von 14 Partnern*, ist nun Eigentümerin und alleinige Bewirtschafterin der 450 km langen „elektrischen Kantonsstrassen“. Über einen Zeitraum von zehn Jahren werden 190 Millionen Franken in den Ausbau und die Instandhaltung der Infrastruktur investiert, die einen der Schlüssel zur Sicherheit und Stabilität der Netze darstellt. 

„Durch die Zusammenführung aller Partner wird der Betrieb der gesamten überregionalen Verteilung verbessert, während die Kosten durch Skaleneffekte beherrscht werden. Diese Vereinigung stärkt zudem die Schnittstellen mit Swissgrid und den Mittelund Niederspannungsnetzen der Verteilnetzbetreiber, die Aktionäre von Valgrid sind. Dadurch können wir insbesondere im Krisenfall besser reagieren“, fasst Stéphane Maret, Präsident der Valgrid AG, zusammen.

* FMV, OIKEN, EnAlpin, Energiedienste Visp - Westlich Raron, EWBN Elektrizitätswerk Brig-Naters, Elektrizitätswerk Zermatt, Regionale Energielieferung Leuk, Elektrizitätswerk Obergoms, EW Goms, SEIC/Service électrique intercommunal, Sinergy Infrastructures, Gemeinde Fully, Sogesa/Société de Gestion des Energies und Romande Energie.

Von Elodie Maître-Arnaud

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