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Wenn die Walliser Kraftwerke ihren Strom gemeinsam verwerten

Energie intelligent zu erzeugen ist eine Sache, sie besser zu verwerten eine andere. Der Aufbau einer Plattform für die Bewirtschaftung und Vermarktung des Stroms ist der Grundpfeiler der Struktur, die im Wallis Mehrwert generieren soll. Wir erläutern weshalb.

«Allein ist man zwar schneller, aber gemeinsam kommt man weiter.» Die afrikanische Herkunft des Sprichworts mag umstritten sein, dennoch fasst es das Prinzip der  Schwarmintelligenz perfekt zusammen. Auch in alpinen Breitengraden lässt es sich anwenden, insbesondere im Bereich der Wasserkraft.  

Im Konzept des Wasserkraftwerks Wallis wird der Kanton bekanntlich als ein einziges Einzugsgebiet betrachtet, das es ermöglicht, die verschiedenen Funktionalitäten des Wassers, darunter die Stromerzeugung, miteinander in Einklang zu bringen. Sein Ziel besteht darin, die 47 wichtigsten Walliser Kraftwerke miteinander zu verbinden und zu koordinieren, um sie zum optimalen Zeitpunkt einzusetzen und dadurch beträchtlichen Mehrwert für die Schweiz und für das Wallis zu schaffen. Die Bewirtschaftung eines Stausees und die Vermarktung des damit erzeugten Stroms sind zwei völlig verschiedene Tätigkeiten und doch eng miteinander verknüpft. Die logische und natürliche Folge der Umsetzung des Wasserkraftwerks Wallis ist die gemeinsame Bewirtschaftung und Vermarktung des Stroms, der durch die einzelnen Anlagen erzeugt wird. Die diesbezüglichen Ziele von FMV, festgelegt durch die Aktionärinnen und Aktionäre, sind klar.

Das Wallis erzeugt heute 10 Milliarden Kilowattstunden, die die Partner der verschiedenen Kraftwerke nach ihren eigenen Interessen vermarkten. Welche Vorteile bietet eine gebündelte Nutzung dieser Produktion? Sie lassen sich in drei wichtige Punkte zusammenfassen.

Das Wallis, ein ausgezeichnetes Gesamtprofil

Erstens: Eine gemeinsame Plattform für die Bewirtschaftung und Vermarktung des im Kanton erzeugten Stroms würde es ermöglichen, ein äusserst wettbewerbsfähiges Produktionsportfolio zusammen zu fügen. Stellen Sie sich vor: Laufwasserkraftwerke, flexible Speichermöglichkeiten und Pumpspeicherwerke; eine Wintererzeugung, an der es der Schweiz deutlich mangelt, und eine überschüssige Sommererzeugung, die genutzt wird, um Wasser in die Stauseen zu pumpen – gewinnbringend ergänzt durch die Erzeugung aus Photovoltaik und Windkraft. Ein höchst attraktives Produkt also, das dem Bedarf der Kundinnen und Kunden sowie des schweizerischen und des europäischen Marktes gerecht wird. Mit einer doppelten Konstante: Je grösser und komplementärer das Produktionsportfolio ist, desto eher lassen sich Chancen nutzen und Risiken im Zusammenhang mit Wetterveränderungen oder Kraftwerksausfällen reduzieren. Und je enger sich das Portfoliomanagement mit den Produktionsteams abstimmt, desto mehr Optimierungspotenzial ist vorhanden.

Ein zu 100% erneuerbares und einheimisches Produkt

Zweitens: Die Wettbewerbsfähigkeit würde durch die Erreichung der kritischen Grösse gestärkt werden. Es versteht sich von selbst, dass es teurer ist, die 10 Milliarden Kilowattstunden des virtuellen Wasserkraftwerks Wallis über eine Vielzahl verschiedener Unternehmen als über eine einheitliche Lösung zu bewirtschaften. Erhält die gemeinsame Bewirtschaftungsplattform die Kontrolle über die so genannten «Joysticks» der Walliser Kraftwerke, kann sie diese koordinieren und so bessere industrielle Synergien und einen Mehrwert für das Walliser Gemeinwesen erzeugen.  

Die zu 100% erneuerbare und einheimische Wasserkraft im Wallis hat das offensichtliche Interesse, sich auf den Märkten mit einem umfangreichen und vielseitigen Spektrum zu präsentieren. Als Vorbild dienen Gemüseanbauer, die sich zusammenschliessen, um das von ihnen produzierte AOP-Obst und -Gemüse gemeinsam auf lokalen und regionalen Märkten zu verkaufen. Diesem Zusammenschluss der Gemüseanbauer entspricht im Fall der Wasserkraft die gemeinsame Bewirtschaftungs- und Vermarktungsplattform. Ein Marktplatz, auf dem die Walliser Stromversorger, die grossen Schweizer Städte und natürlich die Produzenten wie die Konzessionsgemeinden oder FMV handeln – das heisst kaufen oder verkaufen – können.

Mehrwert für die Walliser Gemeinwesen

Drittens: Diese Plattform würde «naturgegeben» den Stromproduzenten, Konzessionsgemeinden, aber auch den alten und neuen Akteuren inner- und ausserhalb des Wallis und selbstverständlich FMV gehören. Die Partner des Wasserkraftwerks Wallis wären Teil dieser Drehscheibe für Schweizer Energie – von den Alpen bis ins Schweizer Mittelland. Weil das Handelsvolumen auf bis zu 15 Milliarden Kilowattstunden geschätzt wird, könnte die Plattform auch europäisch eine wichtige Rolle spielen.  

Ein solcher Marktplatz für Stromproduzenten und -käufer würde der Schweiz in puncto Versorgungssicherheit und Energiewende erhebliche Vorteile verschaffen. Und auch das Wallis würde in Form von Finanz- und Steuereinnahmen, der Schaffung von Arbeitsplätzen mit hoher Wertschöpfung oder der Entwicklung erstklassiger Kompetenzen profitieren.  

Denn gemeinsam kommt man weiter.

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